Bordighera – das die Engländer liebten

Zwischen Ventimiglia und Sanremo liegt Bordighera, geschützt von den Nordwinden am Meer. Ein Palmentraum, der sich den Hügel hochzieht. Villen, stimmungsvolle Plätze und ein Klima, das die reichen Engländer anlockte. Kleiner Minuspunkt: Die Bahn schneidet den Ort radikal vom Strand ab. Eine Verlegung der Trasse ins Landesinnere, wie es in vielen Orten Liguriens schon passiert ist, fehlt hier leider noch. Am östlichen Ortsrand liegt die malerische Altstadt, davor ein großer Parkplatz mit einem riesigen Gummibaum am Rand.

Spektakulär ist die desolate Villa Angst im oberen Ortsteil. Oben vom Hügel kann man eine tolle Aussicht von Monaco nach Osten genießen.

Dolceacqua – im letzten Tal

Kurz vor Frankreich, in Ventimiglia, führt das Val Nervia in die Ligurischen Alpen. Ein kurzer Weg und Dolceacqua taucht auf. Die alte Bogenbrücke und die verschachtelten Häuser den Berg hinauf. Schon sehr malerisch und beeindruckend. An einem warmen Herbsttag, Ende Oktober, ist man nicht einsam in Dolceacqua. Italienische Familien, französische Radler und Touristen aus allen Gegenden bevölkern die engen Gassen, in die kaum ein Sonnenstrahl fällt. Am Ufer der Nervia, die bei Hochwasser schon mal randvoll ist (Youtube Video), zieht sich ein Markt mit lokalen Produkten hin.

Umherschlendern, einkaufen, kosten – La Vita e Bella! Dieses wunderbare Italiengefühl lässt sich nicht vermeiden!

Restauranttip: Ristorante a Viassa

Sanremo

Hinunter zur Küste. Liguren, der schmale Streifen Richtung Frankreich, glänzt in der Herbstsonne. Die Autostrada verschwindet immer wieder in den Bergen, aber wenn ein Ausblick auftaucht, hat er es in sich.

Nach Sanremo geht’s in abenteuerlichen Kurven hinunter. Dann am Meer entlang, ziemlich höllischer Verkehr mit Unmengen von Vespas. Wir haben auch unsere Honda Vision zum ersten Mal mit. Hier zahlt sich das wirklich aus. eine neue Qualität des Womo-Urlaubes. Am westlichen Stadtrand, direkt am Meer, liegt ein riesiger Womoplatz. Wir bleiben dort und sausen dann zurück in die Stadt.

Casino, natürlich und dann hinauf in die oberen Ortsteile mit famoser Aussicht. Die Freude mit dem Roller ist groß. Dorthin wären wir ohne nicht gekommen. Rund um die Altstadt und dann wieder zurück zum Meer.

Am Abend fahren wir wieder rein, ins Ristorante Tortuga unten am Meer. Feine Meeresküche.

Nach Ligurien

Ende Oktober kann es durchaus noch zum Baden sein, in Ligurien.

Also gute zehn Stunden Fahrt bis an der Autostrada die Tafel „Piemont” auftaucht. Der Übergang von der Lombardei hat wirklich nichts Spektakuläres an sich, die Landschaft ist auch nicht gerade einladend, aber Piemont, das hat doch was mit Wein, Galgen, üppigen Menüs etc. zu tun!

Wo die Autobahn Richtung Küste abbiegt, ein Stück hinter Tortona, liegt auf einem Hügel Capriata d’orbs und dort genau am Hauptplatz das Slowfood-Schnecken-Lokal „Il Moro”.

Alle Vorzüge der piemonteschen Küche finden sich hier konzentrierter Form: Herrliche Vorspeisen, wie Carne Cruda, köstliche Primi und üppige Secondi. Der Wirt und die Trattoria sind sehr sympathisch und machen die Einkehr im „Il Moro“ zu einem Erlebnis nach der langen Fahrt.

Keine 200 m entfernt dann auch noch ein ruhiger Womoplatz nach all dem Barolo…

Caorle

Caorle?? Nach Tropea, Gallipoli, Wild Swimming und oberösterreichischen Sternerestaurants? Ja, und das aus gutem Grund. Wo kann man das Italienfeeling der Jugend, das Gefühl nach ellenslanger VW-Käfer-Fahrt im Süden angekommen zu sein, besser nachvollziehen als in Grado, Lignano, Bibbione, Jesolo oder Caorle. In letzterem noch dazu mit herausgeputztm Kern, netten Hotels, 08/15 Restaurants und einem hügeligen Camping Communale ohne Einrichtungen und jeglicher Animation.

Der Strand ist unendlich breit, der Sand mehr als pulverfein und halb Österreich und Bayern röstet in der Sonne. Aber was soll’s, es hat was!

Die Santa-Margherita-Allee rauf und runter flanieren, Pizza oder Frutti di Mare genießen, das angeblich beste Eis der Welt finden, unnötige Dinge, die man immer schon gesucht hat, billiger als beim Amazon shoppen und kurz glauben, eine Art Paradies gefunden zu haben. Das alles gibt’s in Caorle. Wer’s nicht glaubt, soll mal hinfahren!

Wild Swimming

Das Buch „Wild Swimming Italy“ von Michele Tameni birgt wahre Schätze, verteilt über das ganze Land. Versteckte Seen, romantische Flüsse und Traumstrände vom Norden bis Sizilien. Wir haben einige gesucht und ein paar to gefunden.

Unser erster Spot war leider eine Enttäuschung. Der Lago di Bomba (Google Maps) ist ein typischer Stausee, der im Sommer weniger Wasser enthält und so eine unschöne schlammige Uferböschung zeigt. Wir fanden auch kaum eine Badestelle. Dann aber kamen die Highlights!

Der Lago di San Domenico (Google Maps) südwestlich von Sulmona, liegt in einer kargen Berglandschaft. Im tiefgrünen Wasser spiegelt sich das kleine Kloster und die Brücke von der Hauptstraße. Ein Picknickplatz mit Tischen lädt zum Bleiben ein. Ein paar Kilometer südlich liegt der Lago di Scanno, ein kleiner See mit Badeplätzen direkt an der Straße.

Im Parco Lavino in Decontra (Google Maps) südöstlich von Chieti sprudelt tiefblaues, eiskaltes Schwefelwasser aus dem Boden. Toll anzusehen aber nichts zum Baden. Das ist im kleinen Fluss daneben möglich.

Weiter im Norden in Ascoli Piceno, an der Grenze zwischen den Marken und Abruzzen findet man am Rande des Stadtgebiets

die Cartiere Papale (Google Maps) eine idyllische Flusslandschaft mit einem kleinen Wasserfall. Der Parkplatz liegt gleich daneben, größere Wohnmobile können in der Stadt auf dem Parcheggio Seminario (Google Maps) parken. Unten am Fluss geht es auch noch dschungelartig ein paar hundert Meter flussaufwärts. Eine kleine Expedition ist angesagt!

In Tropea

Tropea

Von Scalea noch 170 km, dann haben wir es geschafft. Am Strand entlang bei dem Felsen mit der Kirche vorbei zum Campingplatz „Marina del Convento“. Google Maps

Alles ist wie vor 12 Jahren – das ist Süditalien!

Der Platz liegt direkt am Strand, über eine Stiege geht’s hoch in den Ort. In ein paar Minuten steht man auf dem Kanonenplatz und genießt die Aussicht bis zum Stromboli.

Am Campingplatz ist alles recht urig. Keine Animation, eine kleine Bar, die sanitären Anlagen sind ok – und das alles um € 20.-/Tag fürs Womo und 2 Personen.

Der Strand ist grobsandig, angenehm und liegt direkt vor der Nase.

„La Rondinella“ in Scalea

In Lagonegro runter von der Autostrada und in vielen Kurven zur Küste. Am Beginn Kalabriens liegt Scalea. Trubel am breiten Strand, aber hinten, am Rande der Altstadt, findet man „La Rondinella“.

Google Maps

Ein sehr authentisches Restaurant mit täglich wechselndem Angebot vom eigenen Agriturismo. So soll Slowfood sein. Eine Fülle von Antipasti der vielfältigsten Art, kreative Primi wie Carbonara Calabrese (mit Pepperoni) und einige interessante Secondi. Spannende Weine, nicht nur aus Kalabrien und Birra Artigenale. Die Dolci waren auch köstlich. Das alles für vier Personen um knapp 100 €!

Womoplatz vorne am Strandparkplatz:
Via Ruggiero di Lauria, 7
Etwas hell und laut, aber es geht!

Nach Kalabrien

Der Weg ist das Ziel – also lassen wir uns bis Tropea drei Tage Zeit. Um Venedig herum, kurz hinter Padua bleiben wir bei der Trattoria „Al Ponte“ in Lusia. Fast an der Autobahn, aber schon ländlich sittlich. Google Maps

Sehr schöner Garten. Ein Slowfood-Schnecken-Lokal mit kleiner aber feiner Speisekarte. Alles bestens, besonders die Fleischgerichte wie z.B. Ein tolles Tomahawk-Steak. Ausgezeichnete Weinauswahl – moderate Preise! Sehr empfehlenswert!

Parkplatz für die Womos gleich hinter dem Restaurant. Sehr groß und ruhig, gerade richtig zum Ausruhen vor der langen Fahrt in den Süden!